Nicht jammern, sondern verbessern

23. Jul 2018

Mechthild Heil (CDU) ist zu Besuch bei Holzbau Weschle in Oberweier gewesen. Dort diskutierte die Vorsitzende des Bauausschusses im Bundestag mit Vertretern der Holzwirtschaft, Kommunalpolitikern und weiteren Interessenten.

Gedankenaustausch (vorne von links): Alexander Weschle, Peter Weiß, Michael Hafner und Mechthild Heil Foto: Bohnert-Seidel
Gedankenaustausch (vorne von links): Alexander Weschle, Peter Weiß, Michael Hafner und Mechthild Heil Foto: Bohnert-Seidel

LZ - FRIESENHEIM-OBERWEIER. "Am liebsten würde ich hier bleiben", sagte Heil, wenn der Terminkalender nicht so drücken würde, würde sie sofort im Schwarzwald ihren Urlaub verbringen. "Eine tolle Region", bemerkte die Bundespolitikerin, kurz bevor sie ins Fachgespräch mit Vertretern der Holzverbände, Zimmerinnung oder der Forstwirtschaft einstieg. Grundlage des Expertengesprächs war die Betriebsbesichtigung und Vorstellung von Holzbau Weschle. Dort, an der Basis, begegneten die Vertreter aus der Politik vor allem den Fragen, die den Betrieben auf der Seele brennen.

Holzbau für Schwarzwald von großer Bedeutung

Zimmermeister Alexander Weschle stellte seinen Betrieb vor. Von der Politik fühle er sich als mittelständisches Unternehmen nicht so in den Fokus gerückt, wie das gerne dargestellt werde. Der Mittelstand leide unter der ausufernden Bürokratie, so Weschle. Jammern wollte er dennoch nicht. Vielmehr legte er Verbesserungsvorschläge auf den Tisch. Es gehöre an den Stellschrauben Steuern, Baurecht und Genehmigungsverfahren gedreht. Im Vergleich zur Arbeit vor 20 Jahren nehme die Bürokratie im Unternehmen immer mehr Raum ein.

Weschle sprach von einer Verdoppelung des Aufwands und der Konsequenz, dass Firmengründungen oder kleinere Drei-Mann-Betriebe den Aufwand nicht mehr bewältigen könnten. Sein Unternehmen beschäftige allein für den bürokratischen Aufwand einen Meister, der nichts anderes mache als größere Projekte zu planen.

Woher dieser Aufwand komme? "Wir Deutschen wollen EU-Regeln nicht nur zu 95 Prozent umsetzen. Die Perfektion liegt bei 120 Prozent." Heil versprach mehr Fokus auf die Schaffung von Wohneigentum zu richten. Sie zeigte Verständnis für die Belange der Holzwirtschaft und sagte zu, sich für deren Belange einzubringen.

Insgesamt zeigt sich die Holzbauindustrie sehr zufrieden mit der gegenwärtigen Konjunktur. "In den vergangenen zehn Jahren ging es nur noch nach oben", erklärte Dieter Rombach, Präsident des Verbands Holzbau Baden, gegenüber der Lahrer Zeitung. Vom Holzbau lebe der gesamte Schwarzwald. Rombach nennt Sägewerke, Zimmereien und den Holzhandel. Im Grunde sei der gesamte Bedarf über heimische Hölzer zu decken.

Ein Sanierungsfall ist für den CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Weiß indes die Landesbauordnung. Sie gehöre dringend überarbeitet, bestätigte Weiß ein großes Anliegen der Bauwirtschaft überhaupt.

Holzbau Weschle wurde 1892 von Adolf Weschle gegründet. Alex Weschle senior übernahm des Unternehmen nach dem Krieg. Seit 1984 ist Alexander Weschle Firmeninhaber. In vierter Generation arbeitet sein Sohn Moritz im Unternehmen. Weschle hat 18 Mitarbeiter, davon sind vier Auszubildende. Das Umsatzvolumen liegt nach Firmenangaben bei zwei Millionen Euro.

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